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Umbauanleitung für farbige Display- und Tastaturbeleuchtung für das Siemens S35

Allgemeines

Diese Umbauanleitung wurde in Kooperation mit unserem Geschäftspartner erstellt und zeigt die Vorgehensweise beim Umrüsten auf farbige LED`s. Die im einzelnen aufgeführten Arbeitsschritte der Anleitung sind als Leitfaden für einen Handyumbau gedacht und ersetzen keinesfalls nicht vorhandene Erfahrung und Lötpraxis. Weiterhin erlischt bei einem Umbau des Gerätes natürlich die Herstellergarantie. Wir distanzieren uns ausdrücklich von eventuellen Schadensersatzansprüchen, die auf Grund dieser Umbauanleitung entstanden sind. Sollten Sie sich nicht sicher sein, den Umbau selbst zu schaffen, verweisen wir auf unseren Geschäftspartner, mit dem wir schon seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. Er verfügt über das notwendige Know-How, um diese Arbeiten fachmännisch, schnell und preiswert auszuführen und vergibt zusätzlich für alle von Ihm getätigten Umbauten 1/2 Jahr Garantie.

Sollten sie jedoch den Umbau selber vornehmen, da Sie schon über die notwendige Erfahrung verfügen, soll diese Anleitung ein Leitfaden darstellen und Sie bei Ihrem geplanten Vorhaben unterstützen.



Werkzeuge und Material

Um den Umbau an unserem Gerät durchzuführen benötigen wir folgendes Werkzeug:
Seitenschneider, Spitzpinzette, eine, besser jedoch sind zwei Lötstationen mit Temperaturregelung und feinster Lötspitze(n), ein Multimeter. Weiterhin brauchen wir Gehäuseöffnungswerkzeuge und eventuell eine spezielle Gehäuseöffnungszange, je nach Handytyp eine bestimmte Anzahl von LED`s der Bauform 0603, evtl. Displayfolie, um das Handydisplay zu invertieren (sofern gewünscht), und je nachdem, auch neue oder andersfarbige Handygehäuse, ein Blatt Papier und einen Bleistift oder Filzschreiber, um uns Notizen zu machen.
Für die Lötarbeiten halten wir Entlötlitze, Lötpaste, Lötzinn, LED`s, Platinenreiniger oder auch ersatzweise eine ausgediente Zahnbürste und etwas Isopropylalkohol bereit.

Spezielle Gehäuseöffnungswerkzeuge, LED´s, Displayfolie, Handygehäuse und alles rund ums Handy ist zu beziehen bei HOT-WIRE-TELEKOM.de



Löten

Beim Löten ist immer auf eine saubere Lötspitze zu achten. Weiterhin muss die Löttemperatur stimmen, in der Regel zwischen 350°C - 400°C. Der "Baumarktlötkolben" mit richtig Dampf und klobiger Lötspitze ist hier nicht angebracht. Nach dem Entlöten der Bauteile sollten die Lötstellen auf der Platine immer mit Entlötlitze gereinigt werden. Danach wird auf die Lötaugen ein wenig Lötpaste aufgetragen, damit der neue Lötvorgang zügig vonstatten geht. Zu lange Lötzeiten schädigen die neuen Bauteile bzw. unsere Platine. In diesem Zusammenhang weisen wir ausdrücklich nochmals darauf hin, dass nur erfahrene "Löter" sich an diesen Umbau heranwagen sollten, da es sich bei den LED`s um SMD Bauteile handelt, die in der Größenordnung von teilweise unter 1mm anzusiedeln sind. In den Bilder nachfolgend sehen Sie nochmals den gesamten Vorgang sowie einen missglückten "Lötversuch" eines Kunden, diese Geräte sind nicht mehr, oder nur unter sehr hohem Kostenaufwand zu reparieren.

Hier wird ein Bauteil beidseitig zum Auslöten erwärmt - und anschließend mit den Lötkolben vorsichtig beiseite geschoben...
...die Lötstelle mit Entlötlitze gereinigt...
...danach ein wenig Lötpaste auftragen...
...die Leuchtdiode mit der Spitzpinzette in Position gehalten und zuerst auf der einen Seite angelötet, danach, wenn das Bauteil fixiert ist, auf der zweiten Seite angelötet.
Nach Abschluß der Lötarbeiten wird die Lage der Bauteile auf der Platine nochmals optisch überprüft und die Platine gereinigt !
Zum Größenvergleich der Leuchtdioden hier ein Centstück, auf dem sich auch eine einzelne Leuchtdiode befindet ! (Wer sie nicht findet - auf dem C des Centschriftzuges auf der Münze)
So sollte es nicht aussehen !!!

Im Bild eine Tastaturplatine des Nokia 3210 nach diversen Lötversuchen eines Kunden. Das diese Platine Schrott ist, braucht man sicherlich nicht mehr zu erwähnen.



Polarität der LED`s bestimmen

Um die LED`s richtig einzubauen, müssen wir die Anschlüsse für Anode und Katode wissen, da bei falscher Polung die Leuchtdioden nicht brennen. Darum haben wir uns eine einfache Metode überlegt, wie wir die Anschlüsse bestimmen können. Wie im Bild links gezeigt, benötigen wir ein Multimeter - selbst die einfachen Baumarktgeräte verfügen über einen Diodentest. Dann stecken wir die Messtrippen ein, das schwarze Kabel an COM oder Minus, das rote Kabel an Plus, bzw. wie im nächsten Bild gezeigt. Wichtig ist, dass wir nun die Messtrippen während der gesamten Prüfung nicht mehr umstecken bzw. umpolen. Das Gerät stellen wir auf Messbereich Diodentest. (Die Bedienungsanleitung des Messgerätes gibt hier bei Unklarheiten sicherlich Aufschluß).
Nochmals die Anschlußleitungen im Detail......
In unserem Beispiel hier die Tastaturplatine des ME45. Sinngemäß gelten die Angaben auch für alle anderen Platinen. Wie im Bild links zu sehen ist, führen wir nun die beiden Messpitzen zu einer LED auf der zu prüfenden Platine. In unserem Beispiel leuchtet jetzt eine LED auf. Das die anderen Leuchtdioden nun auch schwach glimmen, braucht uns nicht zu interessieren. Wie zu erkennen ist, liegt die ROTE PRÜFSPITZE auf der rechten Seite der Diode. Auf einem Blatt Papier fertigen uns eine kleine Skizze mit der Polarität dieser einen Diode an. Zweckmäßigerweise merken wir uns immer die Richtung der roten Prüfspitze. Danach gehen wir weiter zu der nächsten Diode, und makieren auf unserer Skizze wieder die Polarität, das heißt wo nun die ROTE PRÜFSPITZE anliegt. So fahren wir fort, bis wir die Lage aller LED`s wissen.
....das oben genannte nochmals in der Detailansicht.
Hier sehen wir den Test mit der neuen Leuchtdiode, die Anstelle der alten verwendet werden soll. Wir legen wiederum die Prüfspitzen an, bis das die Diode leuchtet. Um Verwechselungen zu vermeiden, drehen wir evt. die neue LED, bis das die ROTE PRÜFSPITZE wieder auf der rechten Seite anliegt und leuchtet. Wenn wir nun die Diode in dieser Lage auf unserer Platine einlöten, ist alles richtig und die LED leuchtet.



Gehäuse des Siemens S35 Handys öffnen

Als erstes entfernen wir den Akku und den SIM-Kartenhalter mit der SIM-Karte. Im Bild links sehen wir, wie der Öffnungsschlüssel angesetzt wird. Aufpassen, damit die Gehäuseschalen nicht zerkratzt oder beschädigt werden....
Das Öffnen kann auch mit unserem Spezialwerkzeug vorgenommen werden, was das erste Öffnen ohne Übung vereinfacht. Die Werkzeugsets finden Sie hier.
...in der nun vorhandenen Nut setzen wir jetzt einen Öffnungshebel an und arbeiten uns, wie im Bild gezeigt, nach oben weiter durch....
...und weiter...
...und arbeiten uns rundherum weiter...
...bis das das Gehäuse von allen Seiten geöffnet ist.
Zum besseren Verständnis zeigen wir hier nochmals das geöffnete S35 mit seinen Haltenasen.

Hat alles gut geklappt, dann ist unser Gehäuse noch ganz und wir brauchen kein neues Gehäuse zu bestellen ;-)



Die "Innereien" des S35

Die Platine des S35 mit seinem Display...
...hier mit zurückgeklappten Display, auf der rechten Bildseite sehen wir die weiße Displaykontaktleiste.
Im Bild links sieht man die weiße Kontaktleiste und den braunen Kontaktbügel, der hier schon hochgeklappt ist, die Displayanschlußfolie mit Display wurde schon aus der Leiste entfernt.



Lage und Anzahl der LED`s auf den Platinen

Hier sehen wir den Platinenauschnitt des S35 Handys mit den 6 LED`s für den Umbau der Tastaturbeleuchtung.
Vor dem Auslöten der Bauteile überprüfen wir nochmals unsere zuvor angefertigte Skizze über die Lage und Polarität, damit wir die neuen LED`s auch richtig positioniert wieder einbauen können. Bei falscher Polung der LED`s leuchten diese nicht !!
Das gleiche gilt auch für die Handyplatine mit ihren LED`s Nr. 1 bis 3 für die Displaybeleuchtung.

ACHTUNG ! Die LED`s der Displaybeleuchtung sind beim S35 "stehend" eingelötet (d.h. die Beleuchtung strahlt nicht nach oben, sondern, da um 90 Grad versetzt, seitlich ab).

Das Auslöten der Bauteile auf der Platine geschieht am besten mit zwei Lötkolben, die links und rechts an den Lötstellen der LED`s kurz angelegt werden. Nach ca. 1 bis 2 Sekunden löst sich die LED von der Platine, sie kann dann mit den Lötkolben vorsichtig beiseite geschoben werden. Nach dem Entlöten werden die Lötaugen der Platine mit Entlötlitze gereinigt. Danach wird auf die Lötaugen ein wenig Lötpaste aufgetragen damit der neue Lötvorgang zügig vonstatten geht. Zuerst halten wir die LED lagerichtig gepolt mit der Spitzpinzette auf die Platine und löten sie einseitig. Danach ist das Bauteil fixiert und wir löten auch die zweite Seite fest. Nach Abschluss der Lötarbeiten sind die Lötstellen nochmals zu kontrollieren und mit Platinenreiniger oder der Zahnbürste mit etwas Alkohol zu reinigen.



Vorwiderstände der LED`s überbrücken

Wir können die Helligkeit der LED`s deutlich erhöhen, indem die Vorwiderstände auf der Platine überbrückt werden. Dadurch fließt durch die LED`s ein etwas höherer Strom. Die LED`s halten diesen Strom ohne weiteres aus, es ist jedoch theoretisch mit einer etwas verkürzten Lebensdauer zu rechnen. Deshalb raten wir auch von dieser Variante ab, wenn das Gerät im Auto in einer Freisprechanlage betrieben wird ! Als Drahtbrücke kneifen wir uns ca. 5 cm von unserer Entlötlitze ab uns drücken sie in Längstrichtung etwas zusammen, woraus jetzt ein "Schlauch" entsteht. Dann entnehmen wir mit der Spitzpinzette einen einzelnen Draht aus dem Geflecht, der für unser Vorhaben gut geeignet ist. Mit diesem einzelnen Draht verbinden wir nachdem wir ein wenig Lötpaste auf die Lötstellen aufgetragen haben, wie in den nächsten Fotos gezeigt wird, die einzelnen Lötaugen.
Hier sitzen die Vorwiderstände der LED`s Nr. 1 bis 6 für die Tastaturbeleuchtung. Diese sind genau dort, wo die roten Pfeile sitzen von links nach rechts mit unserem Draht zu überbrücken ....
.... und hier die Vorwiderstände der Displaybeleuchtung von 1 bis 3 auf der Handyplatine. Die Widerstände sitzen wie im Bild links mit rotem Pfeil gekennzeichnet. Diese sind genau dort, wo die roten Pfeile sitzen von links nach rechts mit unserem Draht zu überbrücken ....
Wenn wir provisorisch die Platine in die Gehäuseschale einlegen und den Akku einsetzen, können wir probeweise mit einer Spitzpinzette einen Vorwiderstand überbrücken. Im Bild zeigen wir, dass die linke obere LED ohne Überbrückung des Vorwiderstandes betrieben wird, rechts unten die LED testweise überbrückt wird, was zu einer deutlichen Helligkeitserhöhung führt. Im direkten Vergleich können wir und nun ein Bild über den zu erwartenden Unterschied bezüglich der Helligkeit machen.



Display invertieren

Wir können auch unser Handydisplay invertieren. Dazu ist es notwendig, das Display weiter zu demontieren. Die nachfolgenden Bilder zeigen die einzelnen Arbeitsschritte, hier beim Siemens S45. Die einzelnen Arbeitsschritte sind nahezu bei anderen Siemens Handytypen gleich und unterscheiden sich nur wenig von dem hier gesagten. Lediglich die Demontage fällt bei einigen Displays etwas anders aus. Im Bild links wird gezeigt, wie vorzugehen ist. Als erstes befreit man das Display aus seiner Halterung und legt sich die Displayscheibe auf eine Unterlage.
Dann erwärmt man mit einem Fön die Glasscheibe des Displays, worauf sich der Kleber der Displayfolie löst.
An der oberen Ecke löst man nun vorsichtig mit einer Pinzette die Displayfolie ganz vom Untergrund ab,...
...die dann in noch warmem Zustand um 90° Grad verdreht wieder auf das Displayglas aufgeklebt wird. Hierbei ist zu beachten, dass sich keinerlei Staub oder Schmutz weder auf der Folie noch auf dem Displayglas befindet, und die Folie blasenfrei aufgeklebt wird, damit später weder Blasen noch Staubkörner zu sehen sind.
Anschließend bauen wir in umgekehrter Reihenfolge das Display wieder zusammen. Nach dem Einschnappen ist jetzt das Display zum Einbau fertig. Defekte Invertierungsfolien könnnen auch Ersatzteil bei HOT-WIRE-TELEKOM.de bestellt werden.



Zusammenbau

Der Zusammenbau des Handys erfolgt in umgekehrter Reihenfolge wie die Demontage. Darum ist es wichtig, wie oben schon erwähnt, sich vorher kleine Notizen erstellt zu haben, worauf wir dann zurückgreifen können. Nach der Montage und erfolgreichem Abschluss der Arbeiten setzen wir nun den Akku ein und schalten unser Handy ein.....



Ergebnis

...unser "neues Handy" ist nun fertig. Im Bild links das Gerät mit neuer blauer Beleuchtung (ohne gebrückte Vorwiderstände).



Schlusswort

Nach Studium der Anleitung sollten Sie jetzt selbst entscheiden können, ob Sie diese Arbeiten ausführen können, oder besser diesen Umbau von einem Fachmann durchführen lassen. Die in der Umbauanleitung gezeigten Bilder wurden bei dem Umbau des S35 fotografiert und zeigen die von uns gewählte Vorgehensweise. Von Schäden, die aufgrund dieser Anleitung am Handy entstehen, lehnen wir jegliche Verantwortung ab.

Diese Anleitung darf nicht ohne unsere Genehmigung auf anderen Seiten veröffentlicht werden ! Bei Interesse wenden Sie sich bitte per Mail an uns.....

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